Sackstraße

Genau gegenüber vom Rathaus und parallel zur Mur, die schwermütig durch die Stadt fließt, führt die Sackstraße, trichterförmig vom Hauptplatz her, leicht geschweift Richtung Norden. Die Sackstraße ist ein leicht gekrümmter Straßenzug entlang des Schloßberghanges und wird durch den Schloßbergplatz in zwei Abschnitte unterteilt. Im südlichen Teil bestimmt der breite Übergang vom Hauptplatz in die enger werdende Straße wesentlich das Bild des Altstadtkerns.

Um 1130 entstand hier, im sogenannten ersten Sack, der bis zum Schloßbergplatz reicht, ein Gassenmarkt, wo sich im Mittelalter auch landesfürstliche Ämter wie der Münzhof ansiedelten. Dieser erste Sack war vorwiegend von Lederern, Weißgerbern und Kürschnern bewohnt, die im Laufe des 15. Jahrhunderts allmählich in den zweiten und dritten Sack, der sich nach Norden hin beständig verjüngt, siedelten.

Ansiedelung von Badeanstalten, wie sonst an keiner Stelle der Mur. Als um 1890 eine neue Kaianlage gebaut wurde, kam es zum Abbruch der murseitigen Häuser des dritten Sackes, die allesamt feucht und schlecht erhalten waren. Dort, wo Früher Häuser standen, gibt es nun einen neuen Straßenzug parallel zur Sackstraße — den Kaiser-Franz-Josef-Kai. Die verbliebene Ortsverbauung des heutigen Kaiser-Franz-JoseFs-Kais besteht in ihrer Form seit 1902. Gleichzeitig entstand das Geländer an der Mur und der Abgang zum Fluss. Damals not¬ wendig, um Wasser Für den täglichen Bedarf in der Stadt zu haben, verwilderte das Murufer im vergangenen Jahrhundert zusehends. Anlässlich der Ernennung zur Kulturhauptstadt 2003 erlangt es wieder neue Bedeutung und der alte Abgang kommt zu neuen Ehren. Führt er doch auf’die Acconci-Insel in der Mur, die mitten im Fluss auf der Kulturachse Richtung Mariahilfer Platz liegt.


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